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Parolen der SVP
St. Gallen zur Abstimmung vom 3. März 2002 |
| UNO -Beitritt der Schweiz |
NEIN
DV 157:3 |
Volksabstimmung
54.6 % JA |
| Volksinitiative (SGB) "für eine kürzere
Arbeitszeit" |
NEIN
DV 160:0 |
Volksabstimmung
74.6 % NEIN |
Werdenberger &
Obertoggenburger vom 5.3.2002
SVP Werdenberg zur UNO-Abstimmung
SVP Werdenberg zur UNO-Abstimmung
Der Abstimmungskampf ist vorüber, die Schweiz wird der UNO
als Vollmitglied beitreten, so wollen es 54.6 % der Schweizer
Stimmbürger und dieser Entscheid wird in einer Demokratie
von den Unterlegenen respektiert.
Die Hälfte der Schweiz, und die Mehrheit unseres Kantons
und der Region Werdenberg stehen der politischen Funktion der
UNO skeptisch gegenüber. Dass der Wert von Neutralität,
Unabhängigkeit und Selbständigkeit nicht überall
gleich gewichtet wird, hat die Abstimmung gezeigt. Die Wahrnehmung
dieser Werte aber im Nachhinein als "abgedroschen"
zu qualifizieren und Stimmbürgern, welche Machtkonzentrationen
gegenüber skeptisch sind als weltfremd zu bezeichnen, wie
dies im Kommentar des W&O versucht wird, ist genauso schlechter
Stil wie auch übertriebene Angstmache.
Ob der Beitritt zur UNO schliesslich das wird, wie es der Bundesrat
versprochen hat, bleibt abzuwarten. Wir sind uns gewohnt, dass
Aussagen von Bundesräten vor Wahlen und Abstimmungen jeweils
eine kurze Halbwertzeit haben - die Stunde der Wahrheit wird
erst kommen - die SVP wird wachsam sein !
Jürg Schwendener, Präsident SVP Werdenberg zum Seitenanfang
Werdenberger &
Obertoggenburger vom 14.2.2002
(Leserbrief von Otto Rohner, SVP-Kantonsrat Sax)
UNO versus Europarat
Herr Nationalrat Peter Weigelt aus Mörschwil
hat in seinem Leserbrief die seiner Ansicht nach entscheidenden
Argumente gefunden. Die langjährige Mitarbeit der Schweiz
im Europarat sei es, die den Beitritt unseres Landes zur politischen
UNO legitimiere. Der Europarat erfülle "ähnliche"
Aufgaben wie die UNO, weshalb dem Beitritt der Schweiz zu derselben
nichts im Wege stehe.
So eine Schlussfolgerung zu ziehen ist deshalb absurd, weil sich
die UNO und der Europarat in folgenden Punkten, und damit grundlegend
unterscheiden:
1. Im Gegensatz zu den UNO-Mitgliedstaaten sind die 43 Länder
des Europarates gleichberechtigt.
2. Die Schweiz hat bis heute aus freiem Willen 97 der 180 Europarat-Konventionen
ratifiziert.
3. Der Europarat kennt keine Zwangsmittel.
Der Vergleich der UNO mit dem Europarat hinkt also gewaltig.
Die momentane Entwicklung im Europarat ist leider besorgniserregend
und lässt deshalb keine Schönfärberei zu. Der
Europarat hat in letzter Zeit zunehmend Länder aufgenommen,
die die verlangten rechtsstaatlichen Bedingungen noch nicht erfüllt
haben. Dies in der Hoffnung auf eine Beschleunigung des Konformitätsprozesses
in diesen Ländern. Die Gefahr ist aber gross, dass dadurch
der in Westeuropa erreichte, hohe Standard in vielen Fragen des
Zusammenlebens aufgeweicht wird.
Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Beitritt der
Schweiz zur politischen UNO ist kategorisch abzulehnen. Da die
Schweiz seit langer Zeit in allen Unterorganisationen der UNO
mitmacht, steht sie zusammen mit allen anderen Staaten überall
dort im Zentrum des Geschehens, wo es darum geht, konkrete Hilfe
zu leisten. Dem Schweizervolk liegt es aber fern, auch als Weltpolizist
aufzutreten und sich damit in Konflikten unwiederruflich unberechenbaren
politischen Entwicklungen auszusetzen.
Versuchen wir doch wie bis anhin vor unserer eigenen Haustüre
Ordnung zu halten. Unseren humanitären Beitrag in der Welt
leisten wir weiterhin freiwillig dort, wo es uns als richtig
und sinnvoll erscheint. Der Verfolgung einer reinen Interessenpolitik
unter Androhung aller Stufen von Gewalt durch die UNO hingegen
ist eine deutliche Absage zu erteilen. Noch haben Sie, liebe
Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das letzte Wort in
dieser Frage.
Otto Rohner, SVP-Kantonsrat Sax
Co-Präsident st.gallisches Komitee gegen den politischen
UNO-Beitritt zum Seitenanfang
Werdenberger &
Obertoggenburger vom 24.1.2002
(Leserbrief Otto Rohner, SVP-Kantonsrat Sax)
Neutralität und UNO unvereinbar
Bereits 1993 hat der Bundesrat in seinem
Neutralitätsbericht festgehalten:
"Die UNO-Charta spricht nirgends von der Neutralität,
weil es in einem stets funktionierenden System der kollektiven
Sicherheit für die klassische Neutralitätskonzeption
dem Grundsatze nach keinen Platz mehr gibt."
Am 3. März stimmt das Schweizer Stimmvolk über den
Beitritt unseres Landes zur politischen UNO ab. Es tut dies in
Kenntnis folgender Tatsachen:
- die meisten UNO-Mitgliedsländer respektieren die Menschenrechte
nicht
- die Regierung muss das Volk vor der Stimmabgabe in der UNO-Vollversammlung
nicht mehr um seine Meinung fragen
- in der politischen UNO kommt die Macht vor dem Recht
- jedes UNO-Mitgliedsland muss in Konflikten Partei ergreifen
- der Bundesrat lehnt den Neutralitätsvorbehalt nach wie
vor ab
- die mit einem UNO-Beitritt verbundenen Kosten sind immens
Nun fragt man sich zu Recht, was denn um Himmels Willen ein bedingungsloser
Beitritt der Schweiz zur politischen UNO so erstrebenswert macht,
dass sich die Bundesräte plötzlich in der Ostschweiz
sehen lassen. Wollte man etwa mit dem Bundesverwaltungsgericht
auf Stimmenfang für die UNO gehen oder die acht Millionen
für die neue Fluggesellschaft abholen - oder beides? Eines
ist klar: Der UNO-Beitritt ist lediglich ein Etappenziel der
bundesrätlichen Aussenpolitik. Nicht mehr und nicht weniger.
Der Weg zur EU und zur NATO setzt diesen Integrationsschritt
zwingend voraus.
Es darf nicht sein, dass die Bürgerinnen und Bürger
dieses Landes schrittweise entmündigt werden. Halten wir
deshalb am bewährten System unserer einzigartigen Schweizerischen
Neutralität und Souveränität fest. Es gibt keinen
einzigen vernünftigen Grund, davon Abschied zu nehmen, denn
es braucht in dieser Welt wenigstens ein glaubwürdiger Staat,
der im Notfall vermitteln kann. Stehen wir doch zum Sonderfall
Schweiz. Er ist es uns gewiss wert. Helfen auch Sie mit, den
bewährten Weg der Schweiz weiterzugehen, indem Sie am 3.
März den Beitritt der Schweiz zur UNO ablehnen.
Otto Rohner, SVP-Kantonsrat Sax zum Seitenanfang
Werdenberger &
Obertoggenburger vom 25.1.2002
(Leserbrief Jürg Schwendener, Präsident SVP-Werdenberg)
Diktat der UNO-Grossmächte
Niemand wird behaupten, dass sich
die Schweiz der UNO gegenüber unsolidarisch verhält.
Sie arbeitet in praktisch allen UNO-Unterorganisationen wie z.B.
UNESCO, UNICEF, WHO, aktiv mit und leistet jährlich einen
Beitrag in Höhe von über 450 Mio. Fr. Sie ist damit
von den 193 Mitgliedstaaten etwa an 25. Stelle. Dass die verschiedenen
UNO-Organisationen wertvolle Arbeit leisten ist nicht in Frage
gestellt, sondern ob die Schweiz der politischen UNO beitreten
muss.
Immer wieder hört man das Argument, dass die Schweiz kein
Stimmrecht in der UNO habe und deshalb nicht mitbestimmen könne.
Der Wert eines Stimmrechtes in der UNO beträgt nicht bloss
1:193, sondern ist oft gar nichts wert. Dann nämlich, wenn
der Sicherheitsrat einen Beschluss fasst. Gemäss UNO-Charta
haben die übrigen Länder einen solchen Beschluss zu
vertreten. Sie müssen notfalls sogar mit Repressionen rechnen,
wenn sie dies nicht befolgen.
Das Undemokratische an der Organisation ist, dass die 5 ständigen
Mitglieder des Sicherheitsrates (USA, Russland, Frankreich, China
und England) das Veto-Recht geniessen, welches es ihnen ermöglicht
alle Beschlüsse, welche ihnen nicht passen zu torpedieren.
Von diesem Veto-Recht wird rege Gebrauch gemacht. So verhindert
China seit Jahrzehnten den Beitritt von Taiwan zur UNO. Auch
für Tibet kann die UNO nichts tun, weil sich China dieses
Landes bemächtigt hat. Selbst der mit dem Friedensnobelpreis
ausgezeichnete Dalai Lama, welcher zu eine Ansprache vor der
UNO eingeladen war, musste auf Druck Chinas wieder ausgeladen
werden. Eine kürzlich von fast allen Staaten beschlossene
Aufforderung an Israel und die Palästinenser, endlich mit
den Agressionen aufzuhören, scheiterte am Veto der USA.
Diese Beispiele lassen erkennen, dass das Stimmrecht eines normalen
Mitgliedstaates oft eine Farce ist. Wenige grosse Staaten spielen
ihre Macht aus.
Die Schweiz lebt mit der direkten Volksdemokratie und verhält
sich gemäss ihrer Verfassung neutral. Sie verfügt damit
über ein grosses Mass an Freiheit, Unabhängigkeit und
Selbstverantwortung. Wer diese Werte erhalten will, muss konsequenterweise
zum politischen UNO-Beitritt NEIN sagen.
Jürg Schwendener
Präsident SVP Werdenberg zum Seitenanfang
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